In den letzten Jahren ist ein alarmierender Anstieg von Gewalt und Aggressionen gegenüber medizinischem Personal in deutschen Krankenhäusern zu verzeichnen. Eine repräsentative Umfrage des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI)im Auftrag der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) ergab, dass 73 % der Krankenhäuser in den vergangenen fünf Jahren einen Anstieg der Übergriffe registrierten. Besonders betroffen sind Pflegekräfte und Mitarbeitende in der Notaufnahme.
Um diesem besorgniserregenden Trend entgegenzuwirken und die Sicherheit in Gesundheitseinrichtungen zu erhöhen, setzen immer mehr Kliniken auf den Einsatz von Body-Cams. Diese am Körper getragenen Kameras bieten zahlreiche Vorteile:
Vorteile von Body-Cams im Gesundheitswesen

Deeskalation durch sichtbare Aufzeichnung
Die bloße Präsenz einer Body-Cam kann bereits deeskalierend wirken. Menschen neigen dazu, ihr Verhalten zu mäßigen, wenn sie wissen, dass sie aufgezeichnet werden. Michael Kötzing, Arbeitsdirektor des Klinikums Dortmund, bestätigt: „Die Einschätzung von der Stadt Dortmund und auch vom Polizeipräsidium in Dortmund ist, dass Body-Cams deeskalierend auf mein Gegenüber wirken.“ (WDR)
Schutz des Personals und der Patienten
Body-Cams dienen nicht nur der Abschreckung, sondern auch dem Schutz des medizinischen Personals. Im Falle eines Übergriffs liefern die Aufnahmen eindeutige Beweise, die bei rechtlichen Schritten unterstützen können. Zudem fühlen sich Mitarbeiter sicherer, wenn sie wissen, dass potenzielle Angriffe dokumentiert werden können. Eine Umfrage der Hochschule Fulda in hessischen Kliniken ergab, dass sowohl verbale als auch körperliche Aggressionen an der Tagesordnung sind, was zu erhöhter psychischer Belastung des Personals führt. (__Studie der Hochschule Fulda)
Verbesserung der Arbeitsbedingungen
Durch den Einsatz von Body-Cams können Kliniken ein sichereres Arbeitsumfeld schaffen. Dies kann dazu beitragen, die Arbeitszufriedenheit zu erhöhen und die Fluktuation des Personals zu reduzieren. Ein sichereres Umfeld fördert zudem die Effizienz und Konzentration der Mitarbeiter, was letztlich auch den Patienten zugutekommt.
Datenschutz und rechtliche Aspekte
Beim Einsatz von Body-Cams im Gesundheitswesen müssen besondere datenschutzrechtliche Anforderungen beachtet werden. Da in Krankenhäusern sensible Gesundheitsdaten verarbeitet werden, ist ein sorgfältiger Umgang mit den Aufnahmen unerlässlich. Die Aufzeichnungen dürfen nur zweckgebunden – also zur Dokumentation von Übergriffen und zur Beweissicherung – verwendet werden. Die Speicherung erfolgt verschlüsselt, und nicht benötigte Aufnahmen werden innerhalb einer festgelegten Frist automatisch gelöscht. Kliniken, die Body-Cams einsetzen möchten, sollten vorab eine Datenschutz-Folgenabschätzung durchführen und klare Einsatzrichtlinien definieren.
VBG übernimmt 40 % der Kosten für Body-Cams
Für Unternehmen, die Body-Cams zur Risikominimierung einsetzen möchten, gibt es eine finanzielle Unterstützung: Die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) fördert die Anschaffung von Body-Cams für Sicherheitsangestellte mit 40 % der Investitionskosten. Diese Förderung kann insbesondere für Sicherheitsdienste welche mit Kliniken und Rettungsdiensten zusammenarbeiten eine wertvolle Entlastung darstellen. Weitere Informationen zur Antragstellung gibt es auf der Website der VBG. (__VBG Prämienkatalog)
Insgesamt bieten Body-Cams ein vielversprechendes Mittel, um die Sicherheit und Arbeitsbedingungen in Gesundheitseinrichtungen zu verbessern. Durch ihre vielfältigen Einsatzmöglichkeiten tragen sie dazu bei, sowohl das Personal zu schützen als auch die Qualität der Patientenversorgung zu erhöhen.