In den letzten Jahren hat die Gewalt im öffentlichen Raum, insbesondere im öffentlichen Nahverkehr (kurz: ÖPNV), alarmierend zugenommen. Immer häufiger werden Mitarbeiter:innen von Verkehrsbetrieben sowie Fahrgäste Opfer von verbalen oder sogar körperlichen Übergriffen. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, setzen immer mehr Verkehrsbetriebe auf den Einsatz von Bodycams – kleinen, am Körper getragenen Kameras, die das Geschehen aufzeichnen und sowohl der Deeskalation als auch der Beweissicherung dienen.

Erschreckende Zahlen zur Gewaltzunahme

Aktuelle Statistiken zeichnen ein besorgniserregendes Bild: Im Jahr 2023 wurden allein in Österreich rund 85.400 Gewaltdelikte zur Anzeige gebracht – ein erneuter Höchststand. In Deutschland waren es sogar mehr als 200.000 registrierte Gewalttaten. Besonders betroffen sind Berufsgruppen, die täglich in sicherheitskritischen Bereichen arbeiten, darunter auch Fahrer:innen, Kontrolleure und Sicherheitskräfte im ÖPNV.

Eine aktuelle Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) verdeutlicht das Problem: 67 % der Beschäftigten im öffentlichen Dienst in Deutschland wurden in den letzten zwei Jahren während ihrer Arbeit beleidigt, beschimpft, bedroht oder gar angegriffen. Ähnliche Entwicklungen lassen sich auch in Österreich und der Schweiz beobachten. Die steigende Zahl der Vorfälle macht deutlich, dass es dringend neuer Sicherheitskonzepte bedarf.

Bodycams als Lösung

Der Einsatz von Bodycams gilt als effektive Maßnahme, um Gewalt im ÖPNV vorzubeugen und Angriffe auf das Personal zu dokumentieren. Bereits 2018 haben die Wiener Linien mit einem Pilotprojekt begonnen, bei dem Mitarbeiter:innen mit Bodycams ausgestattet wurden. Die Erfahrungen zeigen, dass allein das Tragen einer sichtbaren Kamera oft ausreicht, um potenzielle Aggressoren abzuschrecken.

Auch in Deutschland ziehen immer mehr Verkehrsbetriebe nach: In Städten wie Berlin, Hamburg, München und Frankfurt sind Bodycams mittlerweile fester Bestandteil der Sicherheitsstrategie. Zahlreiche Studien und Erfahrungsberichte belegen, dass Bodycams dazu beitragen, Konflikte zu entschärfen und Angriffe zu reduzieren.

Die Vorteile von Bodycams im ÖPNV auf einen Blick

Deeskalation: Die sichtbare Kamera wirkt abschreckend und kann potenzielle Angriffe verhindern.  

Beweissicherung: Im Ernstfall liefern die Aufnahmen wertvolle Beweise für Ermittlungen.

**Schutz des Personals:**Mitarbeiter:innen fühlen sich sicherer und können stressfreier arbeiten.

Erhöhte Verurteilungsquote: Die Videoaufzeichnungen können helfen, Täter:innen zur Rechenschaft zu ziehen.

Bessere Arbeitsbedingungen: Weniger Übergriffe führen zu einem angenehmeren Arbeitsumfeld für das ÖPNV-Personal.

Datenschutz und rechtliche Aspekte: Was bei der Nutzung von Bodycams zu beachten ist

Der Einsatz von Bodycams wirft jedoch auch Fragen zum Datenschutz auf. Wichtig ist, dass die Kameras nicht permanent, sondern nur in Gefahrensituationen aktiviert werden. In Deutschland und Österreich gelten strenge Vorschriften zur Speicherung und Nutzung der Aufnahmen.

Datenschutzexperten betonen, dass Bodycams im Einklang mit den geltenden Gesetzen eingesetzt werden müssen. Eine klare Regelung zur Speicherung und Verarbeitung der Videos ist entscheidend, um Missbrauch zu verhindern und gleichzeitig den Schutz von Fahrgästen und Personal zu gewährleisten.

Fazit: Bodycams als wichtiger Schritt zu mehr Sicherheit in öffentlichen Verkehrsmitteln

Die alarmierenden Statistiken aus Deutschland und Österreich machen deutlich: Gewalt im ÖPNV ist längst kein Einzelfall mehr. Um sowohl Fahrgäste als auch Mitarbeiter:innen zu schützen, sind innovative Sicherheitskonzepte gefragt. Bodycams haben sich in vielen Städten als wirksame Präventionsmaßnahme bewiesen – sie könnten in Zukunft eine noch wichtigere Rolle spielen.

Verkehrsbetriebe sollten daher nicht nur auf klassische Sicherheitsmaßnahmen setzen, sondern moderne Technologien nutzen, um Gewalt einzudämmen und den ÖPNV für alle sicherer zu machen.

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