Die Debatte um den Einsatz von Tasern im Polizeieinsatz ist aktueller denn je. Auslöser ist ein vielbeachtetes Video des US-Comedians und Satirikers John Oliver. In seiner Show Last Week Tonight beleuchtet er kritisch die Risiken und Todesfälle im Zusammenhang mit Tasern – jenen Waffen, die oft als „weniger tödlich“ (englisch: less lethal) bezeichnet werden.
Die Frage, die er aufwirft: Wie sicher sind Taser wirklich?
Die Antwort: Nicht sicher genug. In zahlreichen dokumentierten Fällen kam es zu schweren Verletzungen oder sogar zum Tod.
Und dieses Problem betrifft längst nicht nur die USA – auch in Deutschland und den Niederlanden rückt der Taser zunehmend in den Fokus der öffentlichen und politischen Debatte.
Sie wollen eine Body-Cam in der Sicherheitsbranche einsetzen? Lassen Sie sich von uns beraten!
Der Mythos vom „weniger tödlichen“ Einsatzmittel
Taser werden häufig als Alternative zur Schusswaffe beworben – mit dem Versprechen, Einsätze sicherer zu machen. Doch wie viel Wahrheit steckt in dieser Behauptung?
Amnesty-Studie: Der gescheiterte Taser-Test in den Niederlanden
Ein erschreckendes Beispiel liefert der Pilotversuch der niederländischen Polizei mit dem Taser X2.
In ihrem Bericht „A Failed Experiment“ kam Amnesty International 2018 zu folgendem Schluss:
-
Taser wurden mehrfach gegen bereits gefesselte Personen eingesetzt.
-
In vielen Fällen fehlte eine klare rechtliche Grundlage.
-
Es kam zu gefährlichen Fehlanwendungen – auch bei nicht bedrohlichen Situationen.
-
Die polizeiliche Dokumentation war mangelhaft.
Gewaltprävention beginnt vor dem Einsatz
Als Technologieanbieter im Bereich Bodycams und smarter Einsatzdokumentation haben wir einen anderen Anspruch:
Sicherheit darf nicht auf Einschüchterung basieren. Sie muss auf Vertrauen bauen.
Unsere Lösungen zielen nicht auf Kontrolle durch Schmerz – sondern auf Prävention durch Sichtbarkeit.
Bodycams schaffen Transparenz. Sie fördern professionelles Verhalten, schützen Einsatzkräfte vor falschen Anschuldigungen – und können in vielen Situationen deeskalierend wirken.
Taser werden hingegen oft mit einem technologischen Fortschrittsversprechen verkauft – als smarte Lösung für kritische Situationen. Doch die Realität zeigt: Sie verschieben die Grenze des Gewaltgebrauchs – und senken die Hemmschwelle zum Einsatz.
Deeskalationsstufen der Bodycam
Die Deeskalationsstufen der Bodycam (bzw. Körperkamera) sind ein bewährtes Konzept, das beschreibt, wie allein durch das sichtbare Vorhandensein und den Einsatz der Kamera Konfliktsituationen entschärft werden können – ohne aktives Eingreifen.
Der Prozess läuft in 3 Stufen ab:
-
Präsenz zeigen mit der Body-Cam: Das sichtbare Tragen der Body-Cam oder der mündliche Hinweis auf deren Vorhandensein kann bereits abschreckend wirken und potenzielle Aggressoren von weiterem Fehlverhalten abhalten. Zusätzliche Hinweise wie ein Patch mit der Aufschrift „Video“ erhöhen die Sichtbarkeit und somit die präventive Wirkung der Kamera.
-
Hinweis auf bevorstehende Aufnahme – Aktivierung der Spiegelfunktion: Sollte die bloße Präsenz der Body-Cam nicht ausreichen, können Einsatzkräfte die Spiegelfunktion des Frontdisplays aktivieren. Dabei sieht der Betroffene sein eigenes Verhalten in Echtzeit, was ihm die Konsequenzen seines Handelns vor Augen führt und oft zu einer Verhaltensänderung führt.
-
Start der Body-Cam Aufnahme: Wenn der Aggressor trotz vorheriger Maßnahmen sein Verhalten nicht ändert, wird die Aufnahmefunktion der Body-Cam aktiviert. Die Situation wird nun mit Bild und Ton dokumentiert, was nicht nur als Beweismittel dient, sondern auch das Bewusstsein des Betroffenen für die Ernsthaftigkeit der Lage schärft.

Sie wollen eine Body-Cam in der Sicherheitsbranche einsetzen? Lassen Sie sich von uns beraten!
Zu unserem Leitfaden für den DSGVO-konformen Einsatz von Body-Cams